M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Entwicklungen und Perspektiven für die Zukunft
- SealtheDeal
- 18. März
- 4 Min. Lesezeit
Die M&A-Aktivitäten in der DACH-Region haben sich in den letzten Jahren als widerstandsfähig und stabil erwiesen. Trotz globaler Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen zeigt die Region eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und ein starkes Wachstumspotenzial für Fusionen und Übernahmen. Wir blicken mit Spannung auf die Entwicklungen im Jahr 2024 und erwarten, dass die Region weiterhin als ein bedeutendes Zentrum für strategische Akquisitionen und Investitionen fungiert hat.

Erholung in Wert in M&A-Transaktionen
In den letzten Jahren wurde ein bemerkenswerter Anstieg des Werts grenzüberschreitender Fusionen und Übernahmen in der DACH-Region festgestellt, während das Transaktionsvolumen tendenziell gesunken ist.
Dies spiegelt sich in den Grafiken zu Private Equity- und Buyout-Trends wider, die einen Anstieg des Dealwerts bei gleichzeitig sinkenden Transaktionszahlen zeigen. Diese Entwicklung lässt darauf schließen, dass Unternehmen nicht nur von einer höheren Kapitalverfügbarkeit profitieren, sondern auch gezielt nach wachstumsorientierten Übernahmen suchen, die langfristig die Marktposition stärken.

Im Jahr 2023 wurden in der DACH-Region insgesamt 540 M&A-Transaktionen mit Private-Equity-Beteiligung durchgeführt, was einen Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dennoch stieg der Gesamtwert dieser Transaktionen um 15 Prozent auf 50,7 Milliarden Euro. Besonders hervorzuheben ist, dass der Transaktionswert im vierten Quartal 2023 den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2022 erreichte.

Dieser Anstieg des Transaktionswerts bei gleichzeitiger Verringerung der Anzahl an Deals zeigt einen klaren Trend zu größeren und strategischeren Transaktionen. Besonders im Bereich der Buyouts wurde dieser Trend deutlich. Obwohl die Zahl der Buyouts um zwölf Prozent auf 451 sank, stieg deren Gesamtwert um 11 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro.
Historische Entwicklung
Die untenstehende Statistik von Statista zeigt das Volumen der M&A-Transaktionen in der DACH-Region von 1991 bis 2024. Laut dem Institute of Merger, Acquisitions and Alliances (IMAA) wurde das Volumen der Unternehmensübernahmen in der DACH-Region im Jahr 2024 auf rund 172,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Rezessionsdauer hat sich verringert. Dies deutet darauf hin, dass die Wirtschaft zunehmend widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen Abschwüngen wird. Mit jeder Phase der Erholung scheinen Unternehmen und Märkte besser auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet zu sein. Angesichts dieses Trends ist es realistisch anzunehmen, dass nach 2024 eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs folgen wird, die schneller und stärker ausfallen könnte als in den vorherigen Zyklen. Es ist davon auszugehen, dass schon in der zweiten Jahreshälfte 2025 wieder von einem Aufschwung in Österreich zu sprechen sein wird. Erste positive Signale aus der Bauwirtschaft deuten darauf hin. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich die Märkte schneller stabilisieren und gestärkt aus Krisen hervorgehen, was zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Expansion führen könnte.

Private Equity und Venture Capital als treibende Kräfte
Private Equity bleibt ein wichtiger Akteur im M&A-Markt der DACH-Region. PE-Investoren konzentrieren sich zunehmend auf Unternehmen mit starkem Wachstumspotenzial, insbesondere in Bereichen wie Industrie 4.0, Digitalisierung und erneuerbare Energien. Trotz globaler Unsicherheiten und geopolitischer Herausforderungen haben PE-Investoren ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, profitable Deals abzuschließen und zu finanzieren, was die Resilienz und Reife der Branche zeigt. Unternehmen in der DACH-Region sind weiterhin ein attraktives Ziel für PE-Investitionen, da sie eine starke industrielle Basis und ein hohes Innovationspotenzial bieten.
Venture Capital hat sich als ein dynamischer Marktakteur in der DACH-Region etabliert, besonders im Bereich der Start-ups und innovativen Technologien. VC-Investoren setzen zunehmend auf Unternehmen, die disruptive Technologien entwickeln, vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Software und nachhaltige Lösungen. Die Zahl der VC-Investitionen in Österreich und Deutschland hat in den letzten Jahren bis Ende 2023 kontinuierlich zugenommen, was auf die hohe Innovationskraft und das Wachstumspotenzial der DACH-Region hinweist. Obwohl uns noch keine aktuellen Zahlen für 2024 vorliegen, ist wahrscheinlich mit einem Rückgang der VC-Investitionen zu rechnen. Die DACH-Region hat sich als ein Hotspot für Start-ups etabliert, da sie Zugang zu gut ausgebildeten Arbeitskräften, einer stabilen Infrastruktur und einer starken Wirtschaft bietet. Die Unterstützung von VC-Investoren ermöglicht es jungen Unternehmen, schnell zu skalieren und auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben.
Strategische Investoren und Management Buy-Ins (MBI)
Management Buy-Ins gewinnen zunehmend an Bedeutung im M&A-Markt der DACH-Region. Diese Art der Transaktion tritt auf, wenn externe Manager ein Unternehmen übernehmen und die Geschäftsführung übernehmen, um das Unternehmen strategisch weiterzuentwickeln. MBI-Transaktionen bieten sowohl den Unternehmen als auch den Investoren zahlreiche Vorteile, insbesondere in Zeiten, in denen Unternehmer nach Lösungen suchen, ihre Firmen zu verkaufen, aber das Unternehmen weiterhin gut geführt werden soll. MBI-Investoren bringen oft langjährige Führungserfahrung sowie frische Perspektiven mit, die das Unternehmen in die nächste Wachstumsphase führen können. Diese Art von Transaktionen wird in der DACH-Region immer häufiger, da sie eine attraktive Möglichkeit für Unternehmen darstellen, sich weiterzuentwickeln und gleichzeitig von erfahrenen Managern unterstützt zu werden, die den langfristigen Erfolg sichern können.

Die Zukunft von grenzüberschreitenden M&A-Aktivitäten
Die Aussichten für den M&A-Markt in der DACH-Region sind auch weiterhin vielversprechend. Mit einer stabilen wirtschaftlichen Basis und der Bereitschaft, neue Akquisitionen und strategische Partnerschaften einzugehen, bietet die Region weiterhin zahlreiche Chancen für Expansion und Investitionen. Besonders in den Bereichen Digitalisierung, nachhaltige Energie und Automatisierung werden weitere Wachstumsimpulse erwartet.
Die DACH-Region bleibt ein attraktiver Markt für Unternehmen und Investoren, da sie eine solide Infrastruktur, eine innovative Wirtschaft und hochqualifizierte Arbeitskräfte bietet. Es wird erwartet, dass die Zahl der M&A-Transaktionen in den kommenden Jahren stark ansteigt, und Unternehmen sowie Investoren, die diesen Markt aufmerksam verfolgen, werden von den wachsenden Chancen profitieren können.

Private Equity, Venture Capital und Management Buy-Ins spielen dabei eine Schlüsselrolle und tragen maßgeblich zur Dynamik des Marktes bei. Private Equity-Investoren haben sich als anpassungsfähig und strategisch versiert erwiesen, indem sie größere, zukunftsorientierte Deals vorantreiben. Venture Capital fördert weiterhin Innovationen und unterstützt Start-ups, die mit ihren disruptiven Technologien das wirtschaftliche Wachstum in der Region vorantreiben. Gleichzeitig bieten Management Buy-Ins eine attraktive Möglichkeit für Unternehmen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen, während erfahrene Führungskräfte ihre Expertise einbringen.
Die DACH-Region bleibt aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stabilität, Innovationskraft und attraktiven Investitionsmöglichkeiten ein äußerst vielversprechender Raum für M&A-Transaktionen. Unternehmen und Investoren, die die Entwicklungen in dieser Region aufmerksam verfolgen, können von den vielfältigen Chancen profitieren, die sich durch die zunehmende Digitalisierung, nachhaltige Technologien und die kontinuierliche Marktveränderung ergeben. In den kommenden Jahren soll wieder mit einer positiven Entwicklung der M&A-Aktivitäten in der Region zu rechnen sein, die das Vertrauen in den Markt und die langfristigen Wachstumschancen widerspiegeln.